Kölner Weinwoche 2018

Kölner Weinwoche 2018

Die Kölner Weinwoche findet jährlich zwei Wochen ab Mitte Mai am Heumarkt statt, 2018 vom 16. – 27. Mai täglich von 11:00 bis 22:00 Uhr. In diesem Jahr möchte ich mir die Zeit nehmen und mit einigen der verantwortlichen sprechen, um die Geschichte etwas aufzubereiten.

Über die Kölner Weinwoche

© koelner-weinwoche.de

Auf der Kölner Weinwoche präsentieren 26 Familienweingüter aus Deutschland ihre jeweils individuellen Weine. Es bietet sich hier die einmalige Chance, mit den Inhabern direkt in Kontakt zu treten und über ihre Produkte, deren Fachwissen, Erfahrung, (…) zu sprechen. Mit 80-90% Zeit vor Ort sind die Inhaber der Betriebe fast durchgehend anzutreffen. Trotz dessen, dass die Weingüter einem strukturellen Wandel unterliegen und viele bereits ihre Größe erheblich erweitert haben, gilt der familiäre Ansatz. Die Winzer sehen diese Veranstaltung ebenfalls als eine Art Messe, wo neben dem Tagesgeschäft auch Entscheidungen hinsichtlich von Hausbestellungen für Weine getroffen werden. Und diese Entscheidungen sind ganz essentiell, verrät mir Herr Ohlig vom Weingut Johannes Ohlig aus Oestrich-Winkel – einer der Organisatoren der Kölner Weinwoche. Hausbestellungen sind hier dennoch vom Endverbraucher und nicht von Händlern.

Vertreten sind die Weinbaugebiete 1 – Ahr, 2 – Mosel, 3 – Nahe, 4 – Rheingau, 5 – Rheinhessen, 6 – Pfalz, 7 – Franken, 8 – Württemberg (Nummerierung gehören zur Abbildung links).

Man bekommt bereits ab 2 – 3€ ein Glas, oder ab 12 – 15€ eine Flasche Wein, dessen Qualität jenseits der üblichen Massenware liegt. Und für die eben genannten Hausbestellungen liefert z.B. Herr Ohlig bereits ab 36 Flaschen im Großraum Köln kostenfrei. Der Großraum ist hier wirklich wörtlich zu verstehen.

Die Weinwoche ist explizit für den Endverbraucher gedacht. Wie schon Herr Lutzius mit dem Leitspruch „vom Erzeuger zum Verbraucher“ ganz klar beschrieben hat. Dabei kommen bei Spitzentagen bis zu 5.000 Besucher auf den Heumarkt. Insgesamt ist während der zwei Wochen von gut 30.000 – 40.000 Besuchern die Rede, wenn auch an Montagen oder Feiertagen der Besuch etwas zurück bleibt.

Die 26 Weingüter sind ein fester Zusammenhalt. Keine Elite, die sich abkapselt sondern ein Bund von Menschen, die sich gegenseitig helfen. Der jüngste der 26 ist das Weingut O. Schell von der Ahr. Seit 20 Jahren ist keines dieser Weingüter ausgetreten und beim Weingut Benz ist bereits die 3. Generation Teil der Kölner Weinwoche. Es liegen auch immer wieder Bewerbungen von Weingütern vor, aufgenommen zu werden. Jedoch ist das Problem eher der Platz. Es wäre höchstens möglich ein aus einem der 13 deutschen Weinanbaugebieten stammenden Weingütern aufzunehmen, welches noch nicht auf der Weinwoche vertreten ist.

Etwas über die Geschichte

Die Kölner Weinwoche ist federführend von Karl-Heinz Lutzius († 27.04.2017) mit der Devise „vom Erzeuger zum Verbraucher“ aufgrund seiner Idee entstanden. Der damalige Werbeberater hatte mit seiner Erfahrung u.a. aus seiner Firma und als Beirat des Essener Weihnachtsmarktes die Idee, eine Kölner Weinwoche zu veranstalten. 1973 entstand die Idee, welche darauf folgend schon 1974 auf dem Neumarkt mit etwa zwölf Weingütern begann. Trotzend der Biermetropole Köln, der Stadt, dessen Bier ebenfalls eine Sprache ist.

Die Kölner Weinwoche hatte es zu Anfang jedoch nicht einfach und stand nach den ersten 3-4 Jahren vor der Entscheidung, ob es noch eine weitere geben soll. Herrn Lutzius, seinem Durchhaltevermögen und vor allem Herzblut ist es zu verdanken, dass die Entscheidung positiv für die Weinwoche verlief. Nachdem durch viel Vermittlungsarbeit weitere Kölner Weinwochen durchgeführt wurden, trafen die Organisatoren auf weitere Probleme. Nach den ersten Jahren auf dem Neumarkt fanden teilweise Parallel-Veranstaltungen, wie z.B. der Blumenmarkt oder der Zirkus Roncalli statt. Das wiederum führte zu zeitlichen Konflikten, da die Stellenwerte dieser geschichtsträchtigen Ereignisse doch immens waren. Daraufhin wurde kurzzeitig auch der Alter Markt als Ausweichstandort genutzt. Bis schließlich Herr Robert Kilp, ehem. Leiter des Ordnungsamtes, geraten hat, auf den Heumarkt zu ziehen. Das ist nun 11 Jahre her.

Herr Lutzius half den heutigen Gesellschaftern Johannes Ohlig, Thomas Benz, Wilfried Finkenauer und Richard Nägler, welche Weingüter der ersten Stunde der Weinwoche sind, durch einen Übergang das Fortbestehen der Kölner Weinwoche abzusichern. So wurde die federführende Hand des Herrn Lutzius nach und nach an die jetzigen Gesellschafter übertragen. Ihm war vor allem wichtig, dass die Führung nicht an nur eine Person sondern in jedem Falle an mehrere übertragen wird.

Um letztlich auf den Heumarkt zu kommen, waren jedoch einige Investitionen und auch Veränderungen notwendig. Damals hatte jedes Weingut jeweils eigene Aufbauten vor ihren Ständen. Das hatte zur Folge, dass bei der Menge der Stände, ein für den Heumarkt optisch zu großes „durcheinander“ herrschte. Daraufhin wurde unter anderem für die Wiedererkennbarkeit ein Logo – welches heute noch verwendet wird – angefertigt, Deckplanen und Schirme angeschafft und bedruckt. Die Winzer sind heute sehr dankbar, den Heumarkt nutzen zu dürfen. Wo dort doch nur sehr ausgewählte Veranstaltungen Genehmigungen bekommen. Neben Karneval und dem Weihnachtsmarkt sind nur wenige Zeitfenster vorhanden, wo Veranstaltungen stattfinden dürfen.

Die Kölner Weinwoche ist seit 1974 in keinem Jahr abgesagt worden. Sogar im Gegenteil. Eine kleine Anekdote von Herrn Ohlig: „Ein Jahr regnete es fast die gesamten zwei Wochen, sodass ein Antrag auf eine Verlängerung von acht Tagen gestellt und stattgegeben wurde. Die Tage waren ebenfalls verregnet. Als letztlich die Wagen abgebaut wurden, schien die Sonne.

Bei dem Telefonat hat man Herrn Ohlig förmlich angehört, dass er für die Weinwoche brennt. Für mich klang er so, dass das ganze keine reine Verkaufsshow ist sondern Passion und viel Spass! Klar, es geht hier auch um’s Geld verdienen. Aber dennoch merkt man, dass es ebenfalls um Menschen und den Enthusiasmus geht, den ich Herrn Ohlig anhören konnte.

Eine Karte als Übersicht

Im Anschluss findet ihr eine von mir erstellte Karte, wo alle Stände (inkl. Imbiss (Gelb auf der Karte)) eingezeichnet sind:

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